Regionale Schule mit Grundschule Franzburg

Großer Bahnhof für die Heimatdichterin Martha Müller- Grählert

April 1, 2009 von L.Blank

Schule schwimmt auf "Ostseewellen"
Die Ostseezeitung berichtet am Mittwoch, den 14. September 2005 aus Franzburg

"Großer Bahnhof für die Heimatdichterin Martha Müller- Grählert.
Ihr Namenzug wurde gestern am Platz des Friedens in Franzburg enthüllt.

Vielleicht sind sie bald ein Franzburger Markenzeichen: die blauen T-Shirts mit dem von Kunsterzieherin Sylke Kobs entworfenen Ostseewellen-Logo und dem Schriftzug Martha Müller- Grählert- Schule. Als Bürgermeister Johannes Rudolph gestern die ersten Exemplare auspackte, warfen sich Franziska Fiegel, Peggy Schmietendorf, Erik Groth und anderen Schüler des Wahlpflichtkurses von Geschichtslehrer Torsten Mill sofort in Schale.
Wenige Minuten später war die Gruppe im Gebäude verschwunden, tauchte an den Fernstern im zweiten Stock auf, ließ unter lautem Jubel das riesige weiße Tuch fallen, das den neuen Namenzug der Franzburger Regionalschule verhüllt hatte.
Schlusspunkt eines Festakts mit Ansprachen, plattdeutschen Gedichten und Liedern. Bläser der Grimmener Musikschule spielten auch die Melodie zu Müller- Grählerts berühmtesten Gedicht: " Wo de Ostseewellen trecken an den Strand".
Mehr als 400 Schüler und das 40-köpfige Kollegium auf diesen Moment gewartet.
Die Idee war Anfang 2004 geboren worden, als sich Schüler einer früheren Klasse von Torsten Mill über den nichtssagenden Namen des Hauses am Platz des Friedens beklagten. Bei der Suche nach einer Namenspatin wurden die Franzburger bald fündig. Heimatdichterin Müller- Grählert (1876-1939) hatte als junge Frau das Lehrerseminar besucht, später im Altenheim der Stadt ihre letzte Tage verbracht.
Eine bessre Wahl hätte man nicht treffen können, freute sich >Franzburgs Bürgermeister. Der Name solle Programm sein- "zum Kennenlernen und Lernen der herrlichen Sprache, in der man so vieles Schöne sagen kann, ohne dass es weh tut!".
Genau das haben sich die Lehrer vorgenommen, so Schulleiterin Andrea Engel. Platt soll künftig nicht nur in der Grundschule gesnackt werden, sondern auch bei den "Großen". So hat die Sprache im laufenden Schuljahr erstmals in den Klassen 5 und 6 Einzug gehalten.
Bis der Funke bei den Schülern übersprang, hat es aber schon ein wenig gedauert. "Erst war ich nur dabei, weil ich Geografie nicht leiden kann", erklärt Zehntklässler Peter Gerndt, warum er sich für den Geschichtskurses entschied, der ein Jahr den Spuren von Matha Müller- Grählert folgte.
Was die Schüler richtig "packte", sei das Gefühl gewesen, etwas zu bewegen, erzählt Torsten Mill.
Ob zu Franzburgs Bürgermeister, dessen Zingaster Amtskollegen Andreas Kuhn oder Karl Heinz Tandel und Heimatverein bzw. den Museumshof - in alle Richtungen wurden die Fühler ausgestreckt. Ohne die Hilfe der Gemeinde Zingst, die über die Namensrechte für Martha Müller- Grählert verfügt, wäre nichts gelaufen.
Die Stadt Franzburg gab der Schule auch auf andre Weise Rückendeckung. 165 000 Euro wurden dieses Jahr in das Gebäude investiert, so in den Mitteltakt mit seiner frisch renovierten Fassade.
Mitte September soll hier künftig jedes Jahr im Gedenken an die Heimatdichterin gefeiert werden. Dann will der Bürgermeister auch immer mindestens 25 Schüler mit einem der schicken blauen T-Shirts für besondere Leistungen belohnen."

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